Eigentlich mag ich es nicht, negative Reiseberichte zu schreiben, wenn dann doch lieber gar nicht. Dennoch will ich es tun: Für viele gelten die Philippinen als Traumreiseziel – für mich bis dahin auch! Ich hatte so viele gute Dinge über das Land in Südostasien gehört und landete mit Zuversicht und ziemlich hohen Erwartungen im Land. aber nach fünf Wochen war ich mehr enttäuscht als alles andere.

Sicherlich, die Philippinen sind schön. Es gibt so viel zu entdecken und zu unternehmen. Allerdings die negativen Umstände, die einen als Touristen permanent begleiten, sind einfach nur nervenaufreibend und lassen sogar einen positiven Menschen wie mich extrem angespannt werden.

Ich will mit dem Artikel nicht sagen, bleibt blos weg von den Philippinen, sondern ich will Dich dafür sensibilisieren, dass Du mit Dingen auf den Philippinen zurecht kommen werden musst, die Dir eventuell den Urlaub vermiesen werden können.
Ich war mit dem Gedanken auf die Philippinen geflogen, es wird ähnlich wie in Thailand sein. Falsch gedacht. Die Unterschiede sind gravierend.
Zurecht ist Thailand zum Schwellenland aufgestiegen, wohingegen die Philippinen immer noch zu den „Dritte-Welt-Ländern“ gehören und das bei extrem hohen Preisen für Touristen.

Oftmals hatte ich den Eindruck, es geht auf den Philippinen nur darum, in kürzester Zeit möglichst viel Geld mit den Touristen zu verdienen – egal, ob sie daher vom Land abgeschreckt sind und nie wieder kommen.
Die Philippinen sind kein Reiseziel für wiederkehrende Besucher. Alles ist darauf ausgelegt, Millionen von Koreanern, Arabern und Chinesen in kürzester Zeit ein paar Highlight der Phils für viel Geld zu zeigen. Kundenbindung und Kundenorientiertheit ist in vielen touristischen Gebieten nicht gegeben. Warum auch? Menschen aus vorgenannten Nationen bleiben 4 – 5 Tage im Land, meinen alles gesehen zu haben und kommen nie wieder. Das wissen die Filippinos und so gehen sie oftmals leider mit uns Touristen um.

Warum ich also die Philippinen nicht wirklich genossen habe:

 

1. Ich habe Reiseempfehlungen völlig falsch eingeschätzt

Ich sehe den Fehler, den ich gemacht habe: Ich wählte einige Städte für meine Rundreise und erwartete zu viel von ihnen. Roxas, Bacolod und Cebu City sind alle schöne Orte, aber mit sehr begrenzten Möglichkeiten für Reisende.
Ich verbrachte zwei Wochen an den schönen Stränden von Boracay, aber die Insel ist ziemlich touristisch. Ich hätte mich wahrscheinlich für einen Ort mit weniger Resorts entscheiden sollen, weniger „westlich“, wenn man so will.
Manila ist ein großes schmutziges Rattenloch. Wie die meisten Leute habe ich versucht, meine Zeit dort zu beschränken.

Man wird natürlich nicht immer alle Orte lieben, an die man reist. Allerdings gibt es in jedem Land, in das ich einfalle normalerweise mindestens einen Platz, in den man sich verliebt. Auf den den Philippinen habe ich diesen Platz nicht gefunden.

Es ist nicht so, dass diese Orte per se schlecht waren, ich glaube einfach nicht, dass ich das richtige Ziel für das, was ich wollte, gefunden habe. Es war ein bisschen alles oder nichts – zwischen dem großen verwestlichten Touristenstrand oder denüberbevölkerten Städten.

Mein Fehler war ein starrer Reiseplan. Ich hatte alle Inlandsflüge und Hotels schon im voraus gebucht und bezahlt, so dass ich nicht flexibel genug war, ein Ort mal eben schnell zu wechseln.

 

2. Du wirst überall und ständig angebettelt

Die Armut auf den Philippinen ist allerorts sichtbar. Neben 5-Sterne-Hotel, wie z. B. auf Boracay, befinden sich ärmliche Hütten der Einheimischen. Die Armut oder die Gier nach dem schnellen Peso führt überall zum penetranten betteln. Natürlich kann ich die Bettler verstehen; sie versuchen nur ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Es war meine eigene Unerfahrenheit auf dieser Ebene des Bettelns mit der ich kämpfte. So kannte ich es aus Thailand nicht. Nicht nur Kinder in Lumpen betteln, auch alte Menschen warten vor Supermärkten und Restaurants. Aber auch gut gekleidete Leute fragen immer wieder nach Geld.

Als dreist empfand ich Hotelangestellte die fast täglich nach Kleingeld fragten, obwohl bereits Trinkgeld auf dem Bett lag. 50 Peso pro Tag halte ich für angemessen. Die Roomboys meinten, es wäre zu wenig, ich solle mehr geben!

Auf Boracay saß ich im McDonalds und beobachtete ein in Lumpen gekleidetes Kind, vieleicht 5 Jahre alt, das bettelte Ich kaufte dem Jungen ein Hünchen/Reis Menü. Als ich es ihm übergab, schmiss er es auf die Straße und sagt, gib mir Geld. Ein paar Tage später beobachte ich den gleichen Jungen, wie er das erbettelte Geld seiner wartenden Mutter brachte, die gerade mit dem Smartphone telefonierte!

Vielleicht ist das erlebte eine Ausnahme, wenn man mit dem Taxi an den Slums von Maila vorbeifährt, sieht man die wirkliche Armut auf den Philippinen! Dennoch, ich war wütend. Die restliche Zeit auf den Philippinen gab ich keinem Bettler mehr auch nur einen lumpigen Peso!

 

3. Waffen sind überall präsent

Ich gehöre definitiv nicht zu den Menschen, die sich in unmittelbarer Nähre von Waffen sicherer fühlt. Im Gegenteil – es beängstigt mich eher! Vor Geschäften, vor Banken, vor Hotels – überall stehen Wachen mit Pumpguns Natürlich habe ich schon früher Waffen in der Öffentlichkeit gesehen, aber nicht in dem Ausmaß, so dass ich immer dachte, mitten in einem Gangsterfilm zu sein. Ich fühlte mich auf den Philippinen nicht besonders unsicher, aber die Waffen erinnerten ständig an die wohl vorhandenen Sicherheitprobleme.
Ob alle Wachen mit ihren Waffen verantwortungsvoll umgehen, wage ich auch zu bezweifeln. Der Guard in meinem Hotel auf Boracay, ein vielleicht 20jähriger Bursche, fand sich unglaublich witzig und wohl sexy mit seiner Waffe, dass er damit gerne wie ein Cowboy in der Gegend umher fuchtelte. Ein Video, dass ich vom Balkon aufnahm, zeigte ich dem Manager, mit der Begründung, ich fühle mich unsicher. Den Rest des Urlaubs sah ich den Cowboy Guard nicht mehr!

 

4. Ich war genervt von permananter Abzocke

Ein Ausschlußkriterium sind Preisverhandlungen für ein Reiseland natürlich nicht. Aber immer wieder musste ich irgendwelche Ganoven davon überzeugen, dass ich nicht dumm genug war, um das 5-fache dessen zu bezahlen, was die Dinge eigentlich kosten.

Am dreistesten empfand ich die Abzocke in Manila: Wie üblich waren Taxifahrer die schlimmsten Übeltäter. Wie oft musste ich die Diskussion führen und damit drohen, wieder auszusteigen, weil sie mir 500 Pesos berechnen wollten, für eine Fahrt, die eigentlich nur 100 Pesos kostet. Das ermüdende „Meter broken“ war immer das erste Anzeichen für eine folgende frustrierende Diskussion.
Ein anderer Fahrer hatte ein offensichtlich manipuliertes Meter, über den ich nicht einmal mehr debattierte – ich bezahlte einfach.

Ein anderes Mal, auch in Manila, stritt ein Hotelmanager über den Zimmerpreis mit mir. Ich hatte ein Zimmer über Agoda reserviert. Der Hotelfuzzi wollte mir jedoch weiss machen, dass keine Stuer und Service Charge enthalten sein. Frustriert schmiss ich ihm ein paar hundert Peso auf den Tisch und er grinste mich fies an. Ich hätte das Hotel auch verlassen können, das Zimmer war jedoch schon bezahlt.

In zwei Wochen auf Boracay kaufte ich fast täglich im gleichen Supermarkt Getränke ein. Meistens zahlte ich kleinere Beträge mit einem tausend Pesos schein. Immer die gleiche Kassiererin schaffte es fünf mal mir versehentlich 200 – 300 Pesos zu wenig Wechselgeld rauszugeben. Ein lohnendes Geschäft für sie! Jedes Mal grinste sie mich mit einem „Sorry“ an.

Leider waren das nicht nur ein paar Vorfälle. Es passierte häufig. Irgendwann wurde ich wachsamer.

 

5. Viele Dinge gingen schief

In Cebu hatte ich ein Hotel gebucht. Ich kam am Abend an. Meine online Reservierung war aus irgendwelchen Gründen nicht auffindbar und das Hotel war ausgebucht. Immerhin bestätigte man mir die Stornierung, so dass ich später Ansrüche gegenüber der Buchungsplattform geltend machen konnte. Um ein anderes Hotel kümmerte sich allerdings niemand. Dieses Glück wurde dann mir zu Teil.

Die Krönung war jedoch meine Rückreise. Ich war auf Boracay. Mein Flug ging vom Kalibo Airport nach Manila. Ich hatte für den einstündigen Transfer nach Kalibo einen ortsansässigen Anbieter gebucht.
Auf halber Strecke löste sich der Motor des 30 Jahre alten Busses in Wohlgefallen auf. Anstatt das der Tour Operator sofort einen Ersatzbus schickte, warteten wir 3 Stunden auf der Landstraße. Der Flug nach Manila war weg, alle anderen Flüge des Nachmittags ausgebucht. Mein Flug von Manila nach Deutschland war ebenso weg. Interessiert hat es niemanden!
Immerhin konnte ich dem Anbieter in Kalibo widerwillig einen schriftlichen Nachweis für die Verspätung abringen. Diesen konnte ich bei meiner Reiseversicherung einreichen, die solche Verspätungen absichert und damit einen neuen Rückflug nach Deutschland zahlte.
Eine Nacht musste ich in Kalibo im Hotel verbringen und nutze die Zeit um mir Flüge zu organisieren. Der Rückflüg nach Deutschland war ein Alptraum. Die einzige Verbindung war eine 23-Stunden-Reise.

Ich war nur noch genervt, genervt, genervt … Dies alles zusammen machte meinen ersten Urlaub auf den Philippinen irgendwie zu meinem persönlichem Alptraum. Es war zwar auch rückblickend irgendwie nicht das Ende der Welt, aber die Vorstellung einer perfekten reise ist doch irgendwie anders.

 

War auf den Philippinen wirklich alles schlecht?

Philippinen - In der Provinz

OK, dieser Artikel hat sich auf vieles negative konzentriert. Doch es gab auch viele positive Dinge.

Ich lernte auf Boracay eine nette Reiseleiterin kennen, die mich mit zu ihren Eltern in die Provinz nahm. Ich habe selten so freundliche Menschen, die in einfachen Verhältnissen leben, kennen gelernt.
Ich konnte am Puka Beach, einem der 17 Strände auf Boracay, dem Massentourismus entfliehen und herrlich in der Sonne relaxen. Ich fand es unheimlich spannend, in aufgemotzten Jeepneys herumzufahren.

Puka Shell Beach - Boracay - Philippinen

Trotz vieler Dinge, die mich geärgert haben, habe ich mit den Philippinen definitiv noch nicht abgeschlossen. Beim nächsten Mal muss ich mich besser vorbereiten, vor allem im Bezug auf die Reiseroute. Auf jeden Fall will ich noch nach Palawan und zu den Chocolate Hills und zu den Reisterassen von Banaue und …

Gelernt habe ich, die Großstädte, wie Manila zu meiden. In der Nachbereitung habe ich erst gelesen, dass man mit Emirates täglich zum Clark Airport in Angeles City fliegen kann und somit den Alptraum Manila umgehen kann.

Das Land hat Potential für mehr als Ärger. Ich werde den Philippinen eine neue Chance geben!

Welche Erfahrungen hast Du auf den Philippinen gemacht? Teile Deine Erlebnisse in den Kommentaren!

 

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