Der Ort Tindaya befindet sich am Fuße des 401m hohen Berges mit dem gleichen Namen. Der Tindaya wurde früher einmal als ein sehr religiöser Ort angesehen. Der Berg war quasi heilig. Dies kann man heute noch an den mehr als 100 Skulpturen im Felsen sehen. Diese in Stein gemeißelten frühen Kunstwerke wurden im Jahr 1978 wieder entdeckt. Die Darstellungen sollen böse Geister abzuwehren. Bei klarem Wetter ist es möglich von der Spitze des Tindaya den höchsten Berg Teneriffas, den Teide zu sehen. Früher glaubten die Menschen, der Teide sei Sitz des Teufels. Daher sind alle Skulpturen mit Blick auf den Teide ausgerichtet.

 

Das Chillada – Tindaya Projekt

Der kleine Ort geriet in den vergangenen Jahren immer wieder ins Licht der Internationalen Presse. Es gab bzw. gibt ein Projekt, einen riesigen Würfel in den Tindaya Berg zu bauen. Der mehrfach preisgekrönte zeitgenössische Bildhauer Eduardo Chillida, beabsichtigt den Berg auszuhöhlen. Im Inneren des Berges wollte er einen „lugar para todos los hombres“, einen Ort für alle Menschen schaffen. Eduardo Chillida starb jedoch im August 2002, bevor er dieses große Vorhaben verwirklichen konnte. Er hatte vor, ein Museum der Leere zu schaffen werden. Die Besucher sollten durch eine besondere Lichtführung spüren, dass alle Menschen Brüder sind. Der Künstler Chillida wollte dies über drei von außen nicht sichtbare Schächte, die zur Sonne, zum Mond und Atlantik ausgerichtet sein sollten, verwirklichen.

Das Tindaya-Chillida-Projekt war jedoch schon zu seinen Lebzeiten heftig diskutiert worden. In den 1990er Jahren brachten Umweltschützer und kanarische Politiker einen starken Widerstand gegen das Projekt auf. Seitens der Politik entstand später dennoch Interesse an dem Projekt. Auch lokale Politiker wandten sich zunächst strikt gegen die Großskulptur, erst später zeigten sie sich an der Durchführung interessiert, obwohl der Berg Tindaya unter Naturschutz steht. Kurz vor dem Tod des Künstlers gab die Inselregierung ihre Zustimmung zu dem Vorhaben. Mitte der 1990er Jahre stellte die Regierung einen Millionenbetrag für geologische Untersuchungen zur Verfügung. Das Geld verschwand jedoch und bis heute weiß niemand genau, wo es geblieben ist. Dennoch kämpfen Befürworter des Projektes weiterhin für seine Realisierung. Nicht zu Letzt, weil schon viel Geld geflossen ist und erste Untersuchungen positiv verlaufen sind. Ob der Berg jedoch dieser Aushöhlung standhalten würde, kann bis dato niemand sagen.

 

Bilder aus Tindaya

 

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