Einen ersten Eindruck von Fuerteventura werden Sie bekommen haben, während des Transfers vom Flughafen in Ihren Ferienort. Viele Besucher der Insel Fuerteventura sind dann zunächst oft sehr erschrocken über die karge Landschaft, in der kein Baum oder Strauch wächst. Manchmal glaubt man, der Transfer nimmt gar kein Ende, da sich die Asphaltpiste endlos durch immer wieder gleiche Landschaften zieht. Viele Besucher sind dann mit Recht zunächst erschrocken und vergleichen Fuerteventura zunächst mit einer Mond- oder Wüstenlandschaft. Dass Fuerteventura nicht nur eine Mondlandschaft bietet, möchten wir Ihnen mit unserer Inselrundfahrt zeigen und Ihnen Insidertipps für gelungene Ausflüge in das Inselinnere geben. Wie Sie sicherlich wissen, ist Fuerteventura wegen der einmalig schönen Strände eigentlich eine reine Badeinsel, daher gibt es auch nicht allzu viele Sehenswürdigkeiten; die wenigen sind aber umso sehenswerter.

 

Start in Jandia Playa

Fuereteventura - Ausflugsziel Cofete & Punta Jandia

Fuereteventura – Ausflugsziel Cofete & Punta Jandia

Die Mühe der anstrengenden Fahrt nach Cofete auf sich zu nehmen lohnt aber auf jeden Fall. Mir persönlich ist es der liebste Ort auf Fuerteventura geworden. Wenn Sie den Pass zwischen den höchsten Gipfeln vom Pico de la Zara (807 m) und und Pico de la Frail erreicht haben, werden Sie mit spektakulärem Blick auf den Norden und Süden von Fuerteventura belohnt werden. Der Ort Cofete an sich ist nicht sehenswert – es ist eher eine „Geisterstadt“. Ein paar ärmliche Buden bzw. Hütten stehen dort, die den Einheimischen als Wochenendhäuser dienen. Bis in die 1970er Jahre war Cofete millitärisches Sperrgebiet und wurde teilweise von der Fremdenlegion und dem spaischen Millitär bewacht. 1950 sollen dort einige Sprengungen stattgefunden haben. Dies soll wiederum im Zusammenhang mit der sagenumwobene Villa des deutschen Generals Gustav Winter zusammen hängen.

Es gibt eine Bar in Cofete mit horrenden Preisen, aber ausgezeichnetem Essen und sehr freundlichem Personal. Bei den enormen Preisen sollte man bedenke, dass alles mühselig über die Berge geschafft werden muss. Die Bar selbst lebt seit vielen Jahren autark. Sie haben eine eigene Strom- und Wasserversorgung. Die Bar soll angeblich auch einige Geheimnisse in sich bergen im Bezug auf die Villa Winter.

Bis ins 18. Jahrhundert wurde die Halbinsel Jandia hauptsächlich als Weidegebiet und Ackerland genutzt. Es siedelten auf der Halbinsel Jandia nur wenige Menschen. Die Eiegenart der Bewohner war es, dass sie eine unglaubliche Angst vor den Bergen hatten. Daher trugen sie Ihre Toten über die Berge hinüber und begruben sie direkt am Strand, da sie glaubten, dass ihre Seelen nicht über die Berge hinüber in das Paradies gelangen könnten.  Aus jener Zeit soll der Friedhof am Strand stammen. Erst  in jüngster Zeit wurde er ummauert, da viele Urlauber mit Ihren Autos über die Gräber fuhren.

Fuereteventura - Ausflugsziel Cofete & Punta Jandia

Fuereteventura – Ausflugsziel Cofete & Punta Jandia

Der Strand von Cofete ist wohl der schönste auf Fuerteventura und liegt an der Barlovento (Windseite). Playa Cofete und Playa Barlovento sind zusammen fast 10 km lang und werden nur durch die Felsklippe El Islote voneinander getrennt. Goldgelber Sand erstreckt über etliche Kilometer entlang der Küste, teilweise ist er bis zu 100 m breit. Baden sollten Sie nur im flachen Wasser. Auch bei ruhiger See gibt es gefährliche Unterströmungen! Direkt hinter dem Strand erheben sich die mächtigen Berge. Meistens herrscht am Strand von Cofete eine heftige Brandung. Die Wasserteilchen, die aufgewirbelt werden, bleiben dabei in der Luft stehen, da sie nicht über die Berge hinwegkommen. So wird Cofete oftmals in einen geheimnissvollen Schleier gehüllt. Der in den Wintermonaten meistens menschenleere Strand schafft so eine ganz besondere mystische und unglaublich reizvolle Atmosphäre.

Fuereteventura - Ausflugsziel Cofete & Punta Jandia

Fuereteventura – Ausflugsziel Cofete & Punta Jandia

Hoch oben in den Berghang hineingebaut, thront die Villa Winter, wie eine uneinnehmbare Festung. Das hübsche weiße Gebäude mit dem ungewöhnlichen Turm können Sie gar nicht verfehlen. In Cofete gibt es soetwas wie eine kleine Kreuzung, eine Piste führt zum Strand und die andere zur Villa Winter hinauf. Die Straße ist aber in einem wirklich katastrophalem Zustand. Die Hälfte der Strecke können Sie mit dem Auto zurücklegen, auf der rechten Seite folgt dann ein kleiner „Parkplatz“ der platz für zwei PKW bietet. Am besten Stellen Sie Ihren Wagen dort ab und laufn die 500 m bis zur Villa.
Eine öffentliche Besichtigung der Villa Winter ist eigentlich nicht möglich. Dennoch gibt es Mittel und Wege einen Blick in das Innere zu werfen – Sie werden gleichermaßen erschrocken, wie fasziniert sein!
In der Villa wohnen, oder besser gesagt hausen Ziegenhirten. Meistens ist einer von Ihnen auf dem Grundstück zu sehen, oder sie kommen heraus, wenn Sie Touristen sehen, oder Sie klopfen einfach an der Tür und machen sich bemerkbar. Bitte machen Sie die Tür nicht einfach auf!
Gegen ein kleines Handgeld (1€/Person) ist angemessen, dürfen Sie ein Blick in das Innere der Villa Winter werfen und sich dort frei bewegen.
Zunächst gelangen Sie in den mit Bananenbäumen bepflanzten Innenhof, von dem die Zimmer abgehen. Auffallen werden Ihnen die kunstvollen Schnitzereien an Türen und Dächern, die fast alle die Initialien GW (Gustav Winter tragen). Respektieren Sie bitte die Privatsphäre der Bewohner und betreten ihre privaten Räume nicht. Sie können das Kaminzimmer mit der großen Terasse besichtigen, von der Sie einen tollen Blick auf den Strand haben. Sie können auch, wenn Sie mutig genug sind, auf den Turm klettern. Allerdings ist Vorsicht geboten, es gibt kein Geländer. Und Sie können einen Blick in den Teil des Kellers werfen, der nicht zugemauert wurde.
Um die Villa Winter und ihren Erbauer ranken sich unzählige Mythen und Legenden, über die wir auf dieser Seite berichten.

Auf zum Leuchtturm Punta Jandia

Fuereteventura - Ausflugsziel Cofete & Punta Jandia

Fuereteventura – Ausflugsziel Cofete & Punta Jandia

Der Weg zurück in die Zivilisation verläuft über die selbe Straße, auf der Sie gekommen sind. Es gibt ja nur diese eine. Also heißt es wieder holterdipolter über die Berge bis an die Kreuzung, wo es links zurück nach Morro Jable geht und rechts, zum „Ende Europas“. So wird Pnta Jandia auch gerne spaßenshalber genannt. Folgen Sie  bitte dem Wegweiser nach El Puertito. Vorbei an diesem Ort, der einen wirklich traurigen Eindruck macht, mit seinem Dauercampingplatz (machen Sie sich den Spaß und fahren mal drüber) erreichen Sie Punta Jandia und den Leuchturm nach etwa 12 km automatisch.

Der Leuchtturm an der Südspitze von Fuerteventura wurde im Jahr 2008 aufwendig restauriert und beherbergt nun ein kleines naturkundliches Museeum, das kostenlos besucht werden kann. Der Turm ist aber schon ansich, mit der großen Glaskuppel imposant anzusehen.
Aber vorallem die Schönheit der Natur lassen diesen Abstecher absolut lohnenswert machen. Bei ordentlichem Wind türmt sich die See hier manchmal in Wellen bis zu 10 Metern auf und bietet ein imposantes Naturschauspiel.

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